§ 27 Anbau & Umbau S. 220–227

Was kostet es, ein Haus aufzustocken? Kosten und Genehmigung 2026

Haus aufstocken 2026: Was eine Aufstockung pro Quadratmeter und komplett kostet, ob Ihr Haus die zusätzliche Etage trägt, wann ein Bauantrag nötig ist und ob Holz- oder Massivbau günstiger ist. Mit Beispielrechnung — geplant vom Bauingenieur, Statik inklusive.

Was eine Aufstockung kostet — und warum die Statik zuerst kommt

Die Aufstockung ist der Weg zu einer ganzen zusätzlichen Etage, ohne einen Quadratmeter Grundstück dazuzukaufen. Genau das macht sie attraktiv, wenn das Grundstück knapp ist oder der Garten bleiben soll. Doch anders als beim Ausbau eines vorhandenen Dachs greift die Aufstockung tief ins Tragwerk ein: Das Bestandshaus muss die neue Last tragen. Deshalb steht am Anfang nicht der Quadratmeterpreis, sondern die Frage, ob und wie das Haus die Etage trägt.

Aufstockung Kosten pro Quadratmeter

Die Baukosten richten sich nach der Bauweise und danach, wie viel Ertüchtigung der Bestand braucht. Als Orientierung für 2026, jeweils pro Quadratmeter neuer Wohnfläche und inklusive Mehrwertsteuer:

Bauweise und StandardBaukosten pro m²
Holz-Leichtbau-Aufstockung, solider Standard1.800 – 2.500 Euro
Gehobener Ausbau oder massive Bauweise2.500 – 3.500 Euro

Für eine Aufstockung von 60 m² ergibt sich daraus ein Baukosten-Korridor von rund 110.000 bis 210.000 Euro. Der Quadratmeterpreis liegt höher als beim Anbau, weil das Dach zurückgebaut, das Tragwerk ertüchtigt und die neue Etage witterungsgeschützt aufgebaut werden muss.

Warum die Statik-Vorprüfung am Anfang steht

Ob sich die Aufstockung überhaupt lohnt, entscheidet das Bestandstragwerk. Drei Dinge prüfen wir, bevor eine Zahl fällt:

  • Wände im Geschoss darunter — tragen sie die zusätzliche Last, oder müssen einzelne ertüchtigt werden?
  • Vorhandene Decke — sie wird zur neuen Auflagerebene der Aufstockung.
  • Gründung — reicht die Fundamentreserve, oder ist eine Verstärkung nötig?

Diese Statik-Vorprüfung kostet 1.785 Euro brutto und ist die günstigste Versicherung gegen eine teure Fehlplanung. Sie sagt Ihnen früh, ob die Aufstockung in Holz-Leichtbau möglich ist, welche Ertüchtigung nötig wird und mit welchem Kostenrahmen Sie rechnen — bevor Sie in eine vollständige Planung investieren.

Genehmigung: fast immer ein Bauantrag

Eine Aufstockung verändert Höhe und Kubatur des Gebäudes und ist deshalb so gut wie nie verfahrensfrei. Entscheidend ist der Bebauungsplan:

  1. Zahl der Vollgeschosse — lässt der Plan die zusätzliche Etage überhaupt zu?
  2. Gebäudehöhe und Firsthöhe — bleibt die Aufstockung im zulässigen Rahmen?
  3. Abstandsflächen — die höhere Wand vergrößert die Abstandsflächen zum Nachbarn.

Diese Punkte klären wir vor dem ersten Entwurf, weil sie über die Machbarkeit entscheiden. Ist die Aufstockung nach dem Bebauungsplan zulässig, stellen wir die Bauantragsunterlagen zusammen; die formale Einreichung übernimmt unser AKNW-Partner-Architekt.

Beispielrechnung Aufstockung Einfamilienhaus

Ausgangslage: Einfamilienhaus, Baujahr 1972, Aufstockung des Flachdach-Bungalows um ein Vollgeschoss in Holz-Leichtbau, 60 m² neue Wohnfläche, Bestandswände tragfähig mit Ertüchtigung zweier Innenwände.

PositionBetrag
Statik-Vorprüfung (brutto)1.785 Euro
Baukosten Aufstockung (60 m² × rund 2.200 Euro/m², brutto)ca. 132.000 Euro
Planung LP 2–9 inkl. Statik, Bauphysik, Bauleitung (netto)ca. 18.000 – 24.000 Euro
Gebühren Bauaufsicht (nach Bauwert)nach Satzung

Die Statik-Vorprüfung wird bei Beauftragung der Gesamtplanung angerechnet. Wird die Aufstockung mit einer energetischen Sanierung der Fassade verbunden, kommt Förderung für den energetischen Anteil hinzu.

Aufstockung, Anbau oder Dachausbau — die richtige Erweiterung

Drei Wege führen zu mehr Wohnfläche im Bestand, und jeder hat seine Logik:

  • Aufstockung — eine ganze Etage, ohne Grundstück und ohne den Garten zu verkleinern. Voraussetzung: Das Tragwerk trägt und der Bebauungsplan lässt die Höhe zu.
  • Anbau — Erweiterung zur Seite, meist günstiger pro Quadratmeter, aber sie kostet Grundstücksfläche.
  • Dachausbau — der günstigste Weg, wenn ein ausbaubares Dach mit genügend Höhe vorhanden ist.

Welcher Weg für Ihr Haus der richtige ist, hängt von Tragwerk, Grundstück und Baurecht ab. Wir prüfen die Optionen gemeinsam und sagen ehrlich, welche sich rechnet.

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Wir sagen Ihnen zuerst, ob Ihr Haus die Etage trägt

Eine Aufstockung beginnt mit einer Statik-Vorprüfung und einer ehrlichen Antwort. Schildern Sie uns Ihr Haus und Ihr Ziel. Wir prüfen Tragwerk und Baurecht, sagen Ihnen, ob und wie die Aufstockung geht, und planen dann Entwurf, Statik und Bauphysik aus einer Hand. Ein Ansprechpartner von der Vorprüfung bis zur Bauleitung.

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Inhaltlich geprüft nach Stand der Veröffentlichung. Konkrete Vorhaben bedürfen einer individuellen Beratung — die Beispielwerte ersetzen keinen § 7 Abs. 2 HOAI-Angebotsschritt.

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